Unser Kindergarten darf schöner werden – in 72 Stunden

Wie schön wäre es, wenn die Kinder ein Hochbeet hätten? Ja, für Früchte und Gemüse! So, direkt zu essen. Und ein richtiges Eingangstor! Und wie toll wäre es, wenn wir so richtig auf Bänken ums Lagerfeuer sitzen könnten? Es waren schwärmerische Fragen, mehr Traum denn Wunsch. Doch der Wunsch wurde erhört. Und der Traum Wirklichkeit.

Weil sich Martin Kränzler, Mann der Naturkindergarten-Vorständin Ariane Wiedemann, an seine Zeit bei den Pfadfindern erinnerte und dabei an so manche soziale Aktion. So eine 72-Stunden-Aktion – das wäre die Erfüllung so manchen Naturkindergarten-Traums.

Unter der Überschrift „Pimp my Naturkindergarten“ erstellte er eine Liste mit all den Dingen, die dem Naturkindergarten, der gerade vor einem guten halben Jahr eröffnet hatte, gut tun tun könnten; die den Kindern sicher gefallen würden.

Das war die Liste:

  • Bau eines Kleinkind gerechten Pflanzgarten mit Hochbeeten und einer kleinen Spielehütte; der Garten sollte mit relativ natürlichen Materialen eingezäunt sein (also kein Stacheldraht)
  • Verbesserung und Befestigung des Eingangsbereiches
  • Bau eines Schwenkgatters am Eingangstor (halb-halb zu öffnen)
  • Bau eines Holzschopfes im Eingangsbereich
  • Verbesserung und Befestigung des Weges zum Bauwagen, keine Beflasterung
  • Sitzgelegenheiten für die Feuerstelle und Optimierung der Fläche
  • Baumpflege der wild bewucherten Gebüsch-Fläche am Hang

Am 23. Mai pünktlich um 17.07 Uhr startete die 72-Stunden-Aktion 2019, die größte deutsche Jugendsozialaktion, initiiert vom BDKJ, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend. 72 Stunden später waren alle Punkte der Liste abgehakt. Eine der zehn Aktionsgruppe in Reutlingen, die Pfadfinder der DPSG Reutlingen Nord mit etwa 30 aktiven Teilnehmern zwischen 16 und 40 Jahren, schwitzte drei Tage und drei Nächte, übernachtete auf dem Gelände am Nübelloch – und war am Ende, Sonntag um 17.07 Uhr, erschöpft aber auch überglücklich.

Hohe Spendenbereitschaft

Das Team hatte bis auf die Lösung der Parkplatzsituation vor Ort im Gaisbühl nichts im Vorfeld organisiert. Für Verpflegung und Werkzeuge fielen dank großzügiger Spenden nahezu keine Kosten an, sogar das Benzin für das Stromaggregat wurde gestiftet. Die wenigen restlichen Kosten gingen auf das Gemeinkostenbudget der Pfadfinder.

Die Aktion war ein Riesenerfolg! Und wenn man dann in die Kinderaugen sieht beim Entdecken des neuen Kindergartens, will man selbst noch einmal Kind sein.

Auch manche Eltern des Naturkindergartens unterstützten das Projekt mit kleinen Essenslieferungen.

Insgesamt waren bei der 72-Stunden-Aktion mehr als 160.000 Mitwirkende in 3.400 Gruppen dabei – nicht nur überall in Deutschland, sondern zudem in 45 internationale Gruppen. Die Aktion wurde vor Ort von den BDKJ Diözesanverbänden organisiert. Schirmherr der Aktion im Nübelloch war TV-Koch Simon Tress. Stadtrat Karsten Amann fungierte als Projektpate.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.